Und schwupp, hiermit präsentiere ich euch das erste keinStartup.de-Interview. Unregelmäßig möchte ich – ganz nicht-werblich! – coole Tools, spannende Leute oder einfach nur interessante Themen in Form eines Interviews näherbringen.

Heute habe ich für euch Jochen Seelig von snapADDY an Land gezogen, der selbst mal solo gestartet ist, inzwischen aber ein Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern hat. Nun gut, es muss ja jeder selbst wissen 😉


Jochen, du bist kein Solo-Unternehmer mehr, hast aber Tool entwickelt, das auch für Solopreneure und Freelancer interessant ist. Worum geht’s?

Es geht um Vertrieb. Die wohl wichtigste Sache für jedes Unternehmen, egal in welcher Größe. Eine wichtige Erkenntnis, die ich in meinem bisherigen Berufsleben gesammelt habe: Ohne guten Vertrieb bleibt das beste Produkt auf der Strecke. Viele Freelancer und Unternehmen unterschätzen das Thema aber massiv.

Im Vertrieb wird aber auch viel Zeit für unnötige Aufgaben und Arbeiten verschwendet. Ich nenne das ganz gerne „Donkey Work“. Adressen recherchieren, Adressen ordentlich und ohne Fehler im CRM eintragen und aktuell halten. Hier wird viel Zeit verbraucht, die für die eigentliche Vertriebsarbeit eingesetzt werden sollte.

Mit snapADDY wollen wir die Arbeit der Vertriebsmitarbeiter effizienter gestalten. Das erste Tool von uns ist der snapADDY Grabber. Er übernimmt die Datenintegration von Adress- und Kontaktdaten in Listen und CRM-Systeme.

Mal ganz praktisch: In welcher Situation ist snapADDY total nützlich und nicht mehr wegzudenken?

snapADDY ist bei der Neukundenrecherche eine enorme Zeitersparnis. Ein Vertriebsmitarbeiter bekommt eine neue E-Mail mit einem potentiellen Lead. Normalerweise müsste er jetzt die Stammdaten via Copy & Paste im CRM anlegen.

[tweet_box design=“default“]Ein CRM-System zur Pflege der Kundendaten ist jedem Einzelunternehmer zu empfehlen.[/tweet_box]

Mit dem snapADDY Grabber markiert er einfach die Signatur und snapADDY erkennt automatisch die richtigen Zuordnungen und legt den Lead im CRM-System an. Die Zeitersparnis liegt bei ca. 3-5 Minuten und die Fehlerquote geht gegen null.

Warum muss ich mir Adressen digital speichern, obwohl ich doch im Netz so ziemlich alle Daten finde?

Ein CRM-System zur Pflege der Adress- und Kundendaten würde ich auch jedem Einzelunternehmer & Freelancer empfehlen. Es geht nicht nur um die Kontaktdaten, sondern auch um die Aktivitäten, die mit dem Kunden ausgemacht und geplant sind. Man sollte immer genau wissen, was mit welchem Kunden besprochen wurde. Wir bieten mit dem snapADDY Grabber lediglich eine Hilfe zur automatischen Integration dieser Daten. Wir sind und werden nie ein CRM-System werden.

Wie bist du eigentlich darauf gekommen, snapADDY zu gründen?

In jedem Unternehmen, das ich bisher gesehen habe, war die Pflege der Adressdaten im CRM-System ein Streitthema. Die Datenqualität in den CRM-Systemen ist in der Regel schlecht bis sehr schlecht. Die Kosten für Mitarbeiter, die diese Adressübernahme, -recherche und -pflege übernehmen, sind hoch. Mit snapADDY wollen wir Routineaufgaben automatisieren. Der snapADDY Grabber ist nur ein Anfang – ein erstes Tool, was den Vertriebsmitarbeitern schon viel Arbeit erspart.

Du hast auch mal alleine angefangen. Was war der entscheidende Punkt, der dich davon abgebracht hat?

Alleine arbeiten ist toll. Die Flexibilität und die Freiheit, die man genießt, ist wunderbar. Abgesehen von den Kunden, muss man sich mit niemanden abstimmen. Man kann unabhängig von Ort und Zeit arbeiten. Langfristig wollte ich aber nicht als Einzelkämpfer am Markt agieren. Kennst du das Zitat „Schuster bleib bei deinen Leisten“?. Man sollte schauen, dass man immer das macht, was man am besten kann.

[tweet_box design=“default“]Macht nur das, in dem ihr wirklich gut seid. Andere Arbeiten sollte man auslagern.[/tweet_box]

Ich würde mich schon als Allrounder bezeichnen, aber es gibt Sachen die ich besser kann, und andere, in denen ich miserabel bin. Ich habe mir Partner und Mitarbeiter mit unterschiedlichen Stärken ins Team geholt. So ergänzt man sich perfekt und der Mehrwert am Ende ist enorm.

Bist du jetzt froh, dass du im Team arbeitest und feste Mitarbeiter hast?

Absolut. Ich bin ein Rudeltier. 😉 Mit meinem Team kann ich schon sehr viele Aufgaben sehr gut lösen. Wir haben Experten für die Entwicklung, und Experten für die Textererstellung und das Marketing. Zudem wird man in der Summe so produktiver.

Es fällt mehr Zeit für die Teamorganisation an, aber unser Endergebnis ist erstaunlich. Wir haben innerhalb von wenigen Monaten einen voll funktionsfähigen Prototypen und ein stimmiges Konzept für das Marketing und den Vertrieb erstellt.

Welche Tipps gibst du uns Freelancern und Solopreneuren?

Wenn ich drei Tipps mit auf den Weg geben dürfte, dann würde ich sagen:

  1. Macht guten Vertrieb: Vertrieb ist eine wichtige Säule eures Unternehmens.
  2. Macht nur das, in dem ihr wirklich gut seid. Andere Arbeiten sollte man auslagern.
  3. Tauscht euch aktiv aus. Man muss viel mit anderen Gründern und Unternehmern sprechen. Manche Fehler muss man nicht nachmachen 😉

Danke für die spannenden Einblicke, Jochen!

Über Jochen Seelig:
Er hat Digitale Medien an der DHBW in Ravensburg studiert und ist 28 Jahre jung. Nach seinem Studium hat er einige Erfahrung im Marketing & Vertrieb in diversen Firmen gesammelt. Seit 2014 ist er in die komplette Selbstständigkeit übergegangen. Seit diesem Jahr ist er Geschäftsführer der Glückseelig Onlinelösungen GmbH und jetzt auch der snapADDY GmbH.