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Ich muss dir etwas gestehen. Es war einer meiner größten Fehler, den ich gerade immer noch am beheben bin. Hätte ich diesen Tipp früher beachtet, würde ich jetzt vielleicht schon woanders stehen. Es geht um eine gute Positionierung. Davon hast du bestimmt schon oft gehört. Aber weißt du, wie das geht und hast dich selbst gut positioniert? Das ist nämlich schwieriger, als ich anfangs dachte.

Ich plaudere mal ein bisschen aus dem Archiv. Wie war das bei mir in den vergangenen Jahren? Ich war schon immer sehr „umtriebig“, wie mal jemand über mich sagte. Das heißt, ich habe überall meine Fühler ausgestreckt. Das betrifft sowohl Auftraggeber und Social-Media-Plattformen als auch Themengebiete.

Ein heilloses Durcheinander

Wenn mir ein Thema irgendwie zugesagt hat, habe ich auch gerne mal direkt einen Blog dazu gestartet, über FinTech und über Media Entrepreneurship zum Beispiel. Mit zwei Kollegen habe ich zudem einen Blog und Newsletter über Wearables und Smart Home gestartet, ich selbst habe mal einen Interview-Blog betrieben und wiederum mit anderen Kollegen ein Webtalk-Format am Laufen gehabt. Mein privates Blog kam noch hinzu.

Klingt nach einer spannenden Zeit? War es einerseits auch. Andererseits habe ich vieles davon nicht konsequent durchgezogen. Kein Wunder bei dieser Vielfalt.

Vor allem habe ich mich aber irgendwann gefragt: Wie nehmen mich andere eigentlich wahr?

Mir war klar, dass sie mich wahrscheinlich als engagierten Macher wahrnehmen, der für irgendwelche Digital-Themen steht. Das ist nicht schlecht, aber irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes.

Abgesehen davon: Wenn jemand wirklich einen Experten zu einem bestimmten Thema gesucht hat, dann wäre er ganz sicher nicht auf mich zugekommen. Ich war schließlich dieser Digital-Allrounder. Wie gesagt nicht schlecht – es hat mir in der Tat Jobs gebracht –, aber eben auch nicht gut. Und wer gibt sich schon mit Mittelmaß zufrieden?

Ich jedenfalls nicht.

Positionierung ist ein Prozess

Ich habe mir also vorgenommen, mich besser zu positionieren. Wie oft habe ich schließlich schon gelesen: Finde dein Thema. Besetze eine Nische. Werde Experte für XYZ. Na, das kann ja nicht so schwer sein.

Falsch. Es ist schwer.

Problem 1

Ich interessiere mich für zu viele Themen. Wie soll ich mich denn bitte auf ein Thema oder zwei Themen beschränken? Keine leichte Aufgabe, die man einfach mal nebenbei lösen kann.

Problem 2

Wenn ich mein Thema gefunden habe, wie schaffe ich es dann, das Ganze so zu verpacken, dass mich andere wie von mir gewünscht wahrnehmen? Ich schreibe ja nicht einfach Experte für dies und das in mein Twitter-Profil und schon hat sich die Sache erledigt.

Bevor ich dir verrate, wie ich diese beiden Probleme gelöst habe beziehungsweise wie ich sie am lösen bin, muss ich dir eine zentrale Erkenntnis mitteilen: Positionierung geschieht nicht von heute auf morgen. Positionierung ist Prozess.

Klingt banal, ist aber wichtig zu verstehen. Das bedeutet nämlich gleichzeitig, dass Positionierung nicht mit einer Maßnahme beendet ist. Du musst stetig an deiner Positionierung arbeiten. So mache ich das auch.

Aber jetzt wieder zu den beiden Problemen. Meine Lösungen sehen so aus:

Lösung 1

Ich habe mich in aller Ruhe hingesetzt, mir viele Fragen gestellt und über einige Tage oder gar Wochen versucht, Antworten zu finden. Schriftlich, denn darüber nachdenken hilft alleine nichts, und in Evernote, denn ich bin eine ganze Zeit lang immer wieder auf das Dokument zurückgekommen, egal, wo ich gerade war.

Darunter waren Fragen wie „Welche Fähigkeiten habe ich?“, „Was macht mich aus?“ und „Was macht mich glaubwürdig?“. Insgesamt 21 Fragen stehen in meinem Dokument. Nachdem ich alle Fragen beantwortet hatte, habe ich mir alles nochmal genau angeschaut und versucht, einen roten Faden zu finden. Das hat gut geklappt. Es hat sich ein Thema derart deutlich herauskristallisiert, das mich schon lange interessiert und fasziniert und das ich deshalb zu meinem Thema machen möchte: Selbstmarketing bzw. Personal Branding.

Das hättest du mir auch sagen können? Vielleicht hast du es vor einem Jahr schon vermutet. Aber für mich ist es jetzt erst klar geworden – und zwar in aller Deutlichkeit durch den Prozess, den ich selbst gestaltet habe und den ich auch in meinen Selbstmarketing-Coachings und Seminaren anwende.

Es war aber nicht nur dieser Prozess, sondern der Prozess der ganzen vergangenen Jahre. Der Prozess mit Experimenten, Erfolgen und Niederlagen. Der Prozess des Suchens und Findens. Ein Prozess, der nur so wertvoll war, weil ich keine Abkürzungen genommen habe, sondern durch viele Höhen und Tiefen und andere Umwege gegangen bin.

Lösung 2

Auch das hat etwas mit meinen Fragen zu tun. Während der erste Schritt quasi die Suche nach dem eigenen Ich ist, ist der zweite Schritt die Vermarktung des Ichs. Das fängt damit an, dass ich mir ein neues Branding (eine spezielle Farbe, ein neues Logo etc.) gestaltet habe bzw. gestalten habe lassen, meine Website überarbeitet habe, meine sämtlichen Profile – in erster Linie Facebook, Twitter, Xing und LinkedIn – angepasst habe, neue Visitenkarten erstellt habe und so weiter.

Im zweiten Schritt folgt die inhaltliche Positionierung mit entsprechenden Blogbeiträgen, Gastbeiträgen, Content Curation auf meinen Social-Media-Kanälen und allem, was sonst noch dazu gehört. Was sind deine Kanäle? Wo erreichst du deine Zielgruppe? Fragen, die nur du für dich beantworten kannst.

Was den zweiten Lösungsschritt angeht, bin ich noch mittendrin. Ich bezeichne mich inzwischen als Journalist und Selbstmarketing-Coach. Das muss ich jetzt allen einimpfen durch die oben genannten Methoden. Nochmal: Das ist ein Prozess und funktioniert nicht in Schallgeschwindigkeit.

Drei Tipps für deine Positionierung

Wie du gelesen hast, ist das mit der Positionierung ein hartes Stück Arbeit, bei der ich dich gerne unterstütze. Doch obwohl das Thema so komplex ist, will ich dir zumindest nochmal drei sehr hilfreiche Tipps auf den Weg geben:

1. Werde Experte statt Allrounder!

Fokussiere dich lieber auf ein Thema oder auf zwei Themen anstatt gleich eine ganze Palette im Gepäck zu haben.

2. Sei authentisch!

Nichts ist schlimmer, als sich zu verstellen, um anderen zu gefallen. Sei so, wie du bist, und du wirst die richtigen Leute anziehen.

3. Produziere und teile gute Inhalte!

Zeige auf deinem Blog und in sozialen Netzwerken, dass du dich in deinem Thema top auskennst und du ein kompetenter Ansprechpartner bist.


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Beitragsbild: alphaspirit / Shutterstock.com