Wer effizient und effektiv arbeiten möchte, verwechselt diese beiden Begriffe gelegentlich. Das ist aufgrund des ähnlichen Wortlauts zwar nachvollziehbar, bedeutet in der Praxis allerdings eine ganz andere Handhabung. Um sich die beiden Begriffe und vor allem die Praxis dahinter zu merken: Arbeitest du effektiv, dann tust du die richtigen Dinge. Wenn du dagegen effizient arbeitest, dann tust du die Dinge nicht einfach nur, du tust sie richtig.

Wer effektiv ist, erreicht sein Ziel. Dabei geht es vor allem um das Verhältnis zwischen

  • dem Angestrebten
  • und dem Erreichten.

Der Aufwand wird wiederum nicht betrachtet. Es geht nur darum, das Ziel zu erreichen – und zwar genau und vollständig.

Du tust die richtigen Dinge.

Fertig.

Du bist effektiv.

Wenn du dagegen effizient bist, dann spielt nicht nur das Angestrebte und das Erreichte eine Rolle, sondern vor allem der Bereich dazwischen. Wie wird das Ziel erreicht?

Bei der Effizienz betrachtet man das Verhältnis zwischen Output (Ergebnis) und Input (Arbeit) und blickt außerdem auf die Zeit und auf die Kosten. Oft wird im Hinblick auf die Effizienz auch von der Wirtschaftlichkeit gesprochen.

Im Klartext heißt das, dass es effizient ist, eine Aufgabe vollständig und genau zu erfüllen (effektiv) und dabei den eingebrachten Aufwand zu betrachten. Bei der Effektivität wäre diese Aufgabe irrelevant.

Du tust nicht einfach nur die richtigen Dinge. Du tust die Dinge richtig.

Fertig.

Du bist effizient.

Ist es besser, effektiv oder effizient zu arbeiten?

Der Unterschied ist nun klar. Doch was ist eigentlich besser? Solltest du dich beim Arbeiten voll und ganz darauf konzentrieren, was du erreichen möchtest und das Ergebnis erreichen – ganz egal, was es an Zeit und Geld kostet? Das wäre effektiv, du hättest deine Aufgaben erledigt und deine Ziele erreicht. Dafür hast du die richtigen Dinge getan.

Das ist richtig und vor allem wichtig. Würdest du die falschen Dinge tun, dann bringt dir jede Effizienz leider überhaupt nichts mehr. Bist du einfach nur effizient, aber nicht effektiv, dann machst du zwar Dinge richtig, aber nicht die richtigen Dinge. Tust du dagegen die richtigen Dinge, aber nicht auf die richtige Art und Weise, dann bist du nur effektiv, aber nicht effizient.

Beide Bereiche bedingen sich daher in gewisser Weise, wenn du es perfekt haben möchtest.

  • Arbeite effektiv und erledige die richtigen Dinge.
  • Arbeite effizient und erledige die richtigen Dinge richtig.

Merke: Nur effizient zu sein, bringt dir leider nichts. Nur effektiv zu sein, bringt dich zum Ziel, aber entweder mit Mühe und Not, mit Kosten, Zeit oder Nerven. Gleichzeitig effektiv UND effizient zu sein – das ist der Hauptgewinn, den du anstreben solltest.

Alltägliches Beispiel aus dem Leben

Sowohl beruflich als auch im Alltag unterscheiden wir bei unseren Tätigkeiten zwischen effizienter und effektiver Arbeitsweise – in vielen Fällen wird beides kombiniert.

Nachfolgend ein Beispiel aus unserem Alltag, um zu verdeutlichen, wie oft wir (meistens unbewusst) vor der Wahl stehen, ob wir effektiv oder effizient arbeiten werden.

Mal angenommen, du möchtest dein Auto putzen. Es ist Sonntag, du hast Zeit. Du hast das Ziel, das Auto zu putzen, aber liegst stattdessen auf der Couch und kriegst dich nicht aufgerafft. Effektiv ist das nicht, denn du hast das Auto schließlich nicht geputzt. Du machst also das Falsche und bist damit nicht effektiv, da du deinem Ziel nicht näherkommst.

Wenn du jetzt doch aufstehst und dein Auto putzt, dabei Wasser und einen Lappen nimmst und drüber wischt, dann hast du dein Ziel erreicht – Auto ist geputzt. Das war effektiv, denn das Ziel ist geschafft, doch effizient ist was Anderes.

Es wäre effizient gewesen, wenn du dir von Anfang an überlegt hättest, mit welchen Mitteln du schneller vorankommst und das Ergebnis vielleicht sogar noch besser wäre. Ein bisschen Reinigungsmittel und eine passende Bürste und du putzt nicht einfach nur effektiv, sondern auch effizient.

Effektive und effiziente Arbeitsweise

Als Selbstständiger kommst du häufig und gerne in die Versuchung, dich weniger effizient zu verhalten. Die Zeitfresser klopfen in regelmäßigen Abständen an deine Tür und auch in Sachen Ablenkung haben wir Freelancer, Solopreneure und Co. es nicht immer einfach. Viele Unternehmer kämpfen sich effektiv durch den Tag – sie erledigen ihre Aufgaben Stück für Stück und erreichen ihre Ziele. Sie können zumindest von sich behaupten, dass sie die richtigen Dinge getan haben, die für die Erreichung genau ihrer Ziele nötig sind.

Das ist gut, das ist Schritt 1. Effektiv zu arbeiten ist nötig, um seine Ziele überhaupt erst einmal zu erreichen. Alles andere … ich weiß nicht, das ist wie die Google-Suchergebnisse auf Seite 2 – sie zählen einfach nicht.

An der Effizienz zu schrauben, wenn du noch nicht am Punkt angelangt bist, an dem du erst einmal effektiv arbeitest, wäre nicht klug und sinnvoll. Wichtig ist, dass du erst lernst, deine Ziele effektiv zu erreichen – Ziele, die dich auch wirklich voran und vorwärtsbringen. DANN kannst du dich der Effizienz widmen.

Bist du effektiv – Schwupps, Aufgabe erledigt – dann kannst du deine Arbeitsweise effizienter gestalten. Freue dich nicht nur darüber, DASS du deine Ziele erreichst, sondern hinterfrage Tag für Tag, WIE du sie erreicht hast.

  • durch viel Zeit?
  • durch viel Geld?
  • durch viele Nerven?

Vieles davon ist unnötig. Wenn du zu viel Zeit in die Erledigung deiner Aufgaben investierst, dann musst du möglicherweise besser planen und deine Strategie umfangreicher aufstellen. Investierst du dagegen zu viel Geld, dann könnte es sinnvoll sein, die Strategie ebenfalls zu überdenken und die Wirtschaftlichkeit zu berechnen, indem du einige Teilbereiche deiner Aufgaben nicht mehr delegierst, sondern selbst erlernst. Oder kostet dich die Erledigung deiner Aufgaben zu viele Nerven? Dann kann es ebenfalls sein, dass dich etwas blockt und daher stresst, sodass du es als nervenaufreibend empfindest, was ebenfalls nicht effizient ist.

Was es auch ist. Sobald du effektiv arbeitest, solltest du deine Arbeitsweise genau unter die Lupe nehmen und selbst filtern, welche Bereiche du zukünftig effizienter und damit wirtschaftlicher (zeitlich, nervlich und finanziell) gestalten kannst.

Effektivität ist wichtig. Effizienz rockt.

Fazit zur Effektivität und Effizienz

Wenn dir in Zukunft jemand erzählt, wie effizient er doch ist, dann kannst du schmunzeln und fragen, ob er parallel auch effektiv arbeitet. Wenn er darauf nicht kontert, dass die Effizient die Effektivität voraussetzt, dann hat er entweder die Effizienz nicht verstanden oder tut zwar Dinge richtig, aber nicht die richtigen Dinge. Hier kommt dein Einsatz. Viel Spaß!


Buch-Tipp

Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg
138 Bewertungen
Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg
  • Stephen R. Covey
  • GABAL
  • Auflage Nr. 39. Auflage (01.01.2005)

Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com

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keinStartup-Event 2017

1 Kommentar

  1. Starker Beitrag lieber Julia! Ich selbst ertappe mich häufig dabei „nur“ effektiv zu arbeiten.
    Vielen Dank für Deine hilfreiche Artikel. Helfen mir zurzeit sehr meinen Blog und mein Business aufzubauen.

    Liebe Grüße,
    Marilena

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