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Ist „Solopreneur“ wieder so ein neuer, aufgeblasener Begriff aus den USA? Die Antwort gebe ich dir vorab: Jein! Neu ist er schon, aber es steckt wirklich etwas dahinter. Ich will dir zeigen, was Solopreneure von Freelancern unterscheidet – und vielleicht findest du heraus, ob auch du ein Solopreneur bist.

Hast du Solopreneur schon mal in Wikipedia eingegeben? Dort findest du… nichts! Fragen wir den Duden. Und? Keine Ergebnisse. Ja selbst eine Übersetzung vom Englischen ins Deutsche mit leo.org (tolle Seite!) hilft uns nicht weiter, weil auch dort keine Resultate angezeigt werden.

Solo + Entrepreneur = Solopreneur

Wir haben eindeutig die falschen Quellen angezapft, denn es gibt Definitionen, sehr gute sogar. Aber festhalten sollten wir trotzdem: So richtig bekannt scheint der Begriff nicht zu sein. Die Vermutung liegt nahe, dass Solopreneur eine Mischung aus Entrepreneur und Solo ist. Aber was verbirgt sich dahinter?

Es gibt tatsächlich deutsche Experten, die uns etwas mehr über Solopreneure verraten können. Die Rede ist vom Unternehmer-Ehepaar Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg. Sie haben den Begriff und das Konzept dahinter nach Deutschland geschleppt. Danke dafür! 🙂

Die Conta Grombergs haben ein Buch geschrieben, das sich nicht nur um Solopreneure dreht, sondern auch Solopreneur* heißt. Sie sind davon überzeugt, dass man „alleine schneller am Ziel“ sein kann. Klingt verrückt in Zeiten, in denen Startups aus dem Boden sprießen und Teams in diesem Zusammenhang so wichtig erscheinen.

Freelancer tauschen Zeit gegen Geld, Solopreneure nicht

Was sind Solopreneure also bzw. was sind sie nicht? Das Unternehmerpaar erklärt es ungefähr so: Freelancer arbeiten für andere, tauschen also Zeit gegen Geld, während Solopreneure an eigenen Projekten arbeiten – und anders als Startups keine Mitarbeiter einzustellen planen! – und langfristig zumindest teilweise ein passives Einkommen generieren. Konkret schreiben die beiden: „Selbstständige haben Jobs, arbeiten für fremde Projekte, verkaufen Stunden ihres Lebens. Solopreneure haben Produkte, arbeiten für eigene Projekte und verkaufen Ergebnisse ihres Lebens“.

Die typische Auftragsakquise fällt bei Solopreneuren also weg. Sie arbeiten stattdessen für sich selbst, für eigene Projekte. Und es gibt noch einen entscheidenden Unterschied: Ihr Geschäftsmodell ist skalierbar, ihr Einkommen zumindest teilweise passiv.

Solopreneure haben ein skalierbares Geschäftsmodell

Ja, und was ist das Geschäftsmodell von Solopreneuren? Sie verdienen ihr Geld oftmals durch eigene Produkte, die einmal erstellt und dann beliebig oft verkauft werden, z.B. Bücher oder Online-Kurse. Aber auch Affiliate-Einnahmen spielen eine große Rolle, also Provisionen durch verkaufte Produkte. Beispiel gefällig? Kauft ihr das lesenswerte Buch Solopreneur* – oder den ebenfalls sehr praxisorientierten Vorgänger Smart Business Concepts – über diesen Link, bezahlt ihr den gleichen Preis wie überall, aber ich bekomme ein paar Cent Provision.

Der Traum aller Solopreneure ist passives Einkommen

Was ein passives Einkommen ist, ist ganz einfach zu erklären. Du verdienst Geld, ohne gerade etwas dafür getan zu haben. Mit Büchern und Affiliate-Produkten funktioniert das ganz gut. Dass es nicht ganz so einfach ist, wie es jetzt klingt, darauf gehe ich an anderer Stelle nochmal ein.

Ich kann aber schon vorwegnehmen: Niemand lebt dauerhaft zu 100 Prozent von passivem Einkommen. Ganz im Gegenteil, am Anfang stecken Solopreneure ziemlich viel Arbeit in ihr Projekt oder in ihre Projekte. Produkte wollen schließlich erstellt werden, ein Blog erfordert regelmäßiges Publizieren und auch sonst passiert das Geldverdienen ja nicht von alleine. Leider.

Sind Solopreneure besser als Freelancer?

Um die Frage gleich zu beantworten: Nein, Freelancer sind nicht schlechter als Solopreneure. Sie können genauso gute Unternehmer sein, genauso viel Geld verdienen (oder sogar noch mehr) und genauso viel Spaß bei der Arbeit haben. Aber es ist eben eine andere Arbeit. Und in der Tat steigen viele Solopreneure als Freelancer ein, während andere eine Mischform ausleben. Übrigens: Auch ich habe mich – zumindest derzeit – für eine solche Mischform entschieden: Ich arbeite als Freelancer und baue mit keinStartup.de mein Solopreneur-Business auf. Warum auch nicht?

Was Solopreneure von Freelancern unterscheidet

  1. Solopreneure arbeiten an eigenen Projekten, Freelancer an fremden Projekten
  2. Solopreneure bauen ein skalierbares Geschäftsmodell auf, Freelancer meistens nicht
  3. Solopreneure können ein passives Einkommen erreichen, Freelancer eher nicht
  4. Solopreneure haben weniger direkten Kundenkontakt als Freelancer
  5. Solopreneure können anders als Freelancer auf die Auftragsakquise verzichten
  6. Solopreneure bestimmen das Tempo der Arbeit selbst, Freelancer sind abhängig vom Kunden